Unsere Geschichte

 

Es fing ganz langsam an...

seit 1929: Kino in Hoya

Im August 1929 hat alles angefangen. In einer Hannoverschen Zeitung stand eine Anzeige: Gastwirtschaft und Zimmer und großem Saal "in dem kinematographische Vorführungen stattfinden können", sofort zu verkaufen.

Dieser Satz war ausschlaggebend, und so kam die 1.Generation Willi und Emma Bauermeister nach Hoya und erwarben dieses schöne Grundstück direkt an der Weser.

Für die Hoyaer begann die Kinogeschichte mit "Pat + Patachon in Pelikanien".
Die Zeitung schrieb damals:
Durch Anschaffung moderner Apparate und Abschlüsse mit großen Filmfabriken wird der Kinobesitzer in die Lage versetzt, wirklich vorzügliche Bilder vorzuführen. Außerdem werden sämtliche Vorführungen mit Klaviermusik begleitet.

In den ersten Jahren lief das Kino nur an den Wochenenden und der Saal hatte lose Bestuhlung, denn im gleichen Saal fanden auch andere Veranstaltungen statt: Theater, Bälle und in der sogenannten Kampfzeit auch die nicht immer glimpflich verlaufenden politischen Versammlungen.

Die Tonfilmära wurde 1930 eingeleitet mit dem Film "Zwei Herzen im Dreivierteltakt".

Ab August 1935 gab es dann nur noch Kino. Der Saal wurde renoviert, der Fußboden angehoben und feste Bestuhlung eingebaut. Nach dem enormen Aufschwung des deutschen Films wurde das Kino 1938 nochmals vollständig renoviert.

Am 30. Dezember 1939 brannte das Theater und ein Teil des Hotels bis auf die Grundmauern nieder. Die Weser war zugefroren, die Feuerwehr (es gab noch keine Löschfahrzeuge) hatte Not die Wasserschläuche aufzutauen, außerdem dachte die Bevölkerung es sei Fliegeralarm, denn es war seit vier Monaten Krieg. Dies war ein schwerer Schlag. Aber bereits 14 Tage später war der Kinobetrieb im Speisesaal unseres Hotels mit geliehenen Maschinen wieder in vollem Gange.

Die Filmkopie von "Paradies der Junggesellen" mit Heinz Rühmann hat den Brand Dank eines Feuerwehrmannes unbeschädigt überstanden. Das Lied aus diesem Film "Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern" hatte sich Willy Bauermeister zu Herzen genommen.

Sowie der Frost weg war, begannen die Aufräumungsarbeiten.
Dank der aufopfernden Arbeit unseres Freundes und Architekten Hermann Hindahl und so manchem hilfsbereiten Materiallieferanten konnten wir mitten im Krieg am 13. Juni 1941 unseren neuen "Weser-Filmhof" eröffnen.

Das Hoyaer Wochenblatt, die heutige Kreiszeitung, schrieb damals: Schön, modern und zweckmäßig, alle technischen Möglichkeiten berücksichtigt eine Harmonie der Farben und Linien. Eine eindrucksvolle Visitenkarte Hoyas. Eine Kulturstätte von vorbildlicher Gestaltung.

Eröffnet wurde am 13. Juni 1941 mit: "Über alles in der Welt" mit Carl Raddatz.

Es muss etwas mit dem Filmtitel zu tun haben, dass unsere gesamte Familie auch heute noch das Kino über alles geht (in der 3. Generation). Da ein Kino im Kriege ein "kriegswichtiger Betrieb" war, hatten wir regelmäßig Konzerte und Theateraufführungen. Stargastspiele waren damals keine Seltenheit (Werner Hinz, Emi Bessel, Carl Raddatz, Karl John, Ernst Schröder, Hardy Krüger usw.).

Am 3. August 1944 verstarb Willy Bauermeister. Die schwere Zeit der Bombenangriffe, der englischen und amerikanischen Besatzung mussten seine Frau und seine Tochter alleine bewältigen.

1952 eröffneten wir zusätzlich im gleichen Haus die "Kammer-Lichtspiele". Dieses Studio zeigte anspruchsvolle Filme. 1969 musste es leider geschlossen werden, nicht etwa wegen Besuchermangel, sondern wegen Filmmangel.

Es gab zur Zeit nur Sexfilme, wie Oswald Kolle oder Schulmädchen-Reporte. Der einzige Lichtblick waren damals die sogenannten Heimatfilme, bis das Fernsehen auch diesen Besucherkreis uns entzog.

1976 kam dann ein entscheidender Schnitt. Das herkömmliche Filmtheater wurde zu einem modernen Kino mit Getränkeservice und Raucherlaubnis umgebaut. Der alte "Weserfilmhof" schloß seine Pforten, der neue "Filmhof Hoya" erstrahlte im neuen Glanze.

1979 feierte ganz Hoya mit uns unser 50jähriges Geschäftsjubiläum. Es gab jeden Tag und für jede Altersgruppe eine spezielle Fete. Mit dem Umbau 1976 stellten wir unseren gesamten Spielplan um. Eine Reihe von Sonderaktionen lockerten das monotone Kinoprogramm auf. Mit Ausstellungen von jungen Künstlern, Filmkunsttagen, Kinder-Film-Tagen mit spezieller Deko, Musik und Kindergetränken.

Festliche Premieren bei besonderen Filmen wie "Sehnsucht der Veronika Voß", "Salmonberry" mit Rosel Zech (deren Mutter ist übrigends unsere Nachbarin). Lange Kino-Nächte mit Live-Bands, Modenschauen zum Film usw.. Ganz stark besucht sind immer noch, auch nach 20 Jahren, die sogenannten Senioren-Vorstellungen: jeden Dienstag und Mittwoch mit alten deutschen Filmen, Kaffee und Kuchen. Die Menschen kommen "Busweise" aus sieben Landkreisen. 1988 war der Schauspieler Georg Thomalla hier um zu sehen, ob es wirklich wahr ist, dass es Menschen gibt, die sich seine alten Filme auch heute noch ansehen.

1993 haben wir aus der sogenannten Bühne einen zweiten Kinosaal geschaffen "Filmhof Hoya-Kino 2". Somit können wir ein besseres Filmangebot unterbreiten und bekommen seither die wichtigsten "Bundesstarts", d.h. in Hoya wird ein neuer Film gestartet.

Dank des Kinobüros Niedersachsen und der jeweiligen Minister/innen für Wissenschaft und Kultur haben wir schon bis jetzt (201) achtzehn-mal Programmpreise für ausgezeichnete Programmgestaltung bekommen. Außerdem bringt uns diese Verbindung Stars zu Filmen. z.B.:André Eisermann zum Film "Schlafes Bruder"Kai Wiesinger zu "14 Tage lebenslänglich".

Ein Renner seit vielen Jahren ist das sogenannte "Frühstückskino"...: jeden ersten Sonntag im Monat (Oktober bis Mai) mit anspruchsvollem Film, frischen Brötchen, Butter, Marmelade und Sekt. Und neu : Tagungsort-Kino ! Seminare, Schulungen, Events und Feiern aller Art in den Kinosälen und Catering nach Wunsch können in unserem neugestalteten Café+Biergarten "Weserblick" genossen werden.

~ Das Kino ist nun 100 Jahre alt. Es heißt: mit 20 Klavierspielen gelernt mit 30 Sprechen gelernt mit 40 langsam Farbe bekommen mit 50 weltberühmt mit 80 für tot erklärt mit 100 aktiver denn je... Welch ein Leben!!!

Wir hoffen, dass unser Familienbetrieb der nun von der 3. Generation geführt wird , weiter leben wird, trotz aller Multiplexe und Cinemaxe in den Großstädten.

Am 1. Dezember 1994 haben wir das Kino in Syke gekauft und total umgebaut. Es wurde zu einem der schönsten Kinos in Norddeutschland (sagen die Experten). Im Mai 1999 haben wir einen zweiten Saal angebaut und mit einem besonderen Highlight versehen: blitzende Kronleuchter verschwinden in der Decke, wenn der Vorhang für die Vorstellung aufgeht ...!

Seit Oktober 2010 erstrahlt auch unser Kino 2 in neuem Glanze: (optisch) vergrößert und dem Zeitgeist entsprechend !

Neben einem extravaganten Outfit darf natürlich die Technik nicht zu kurz kommen: DOLBY Digital, Riesenleinwand, Klimaanlage, Computerkasse ... und 3D gehört seit März 2010 mit zu unseren Standards !

Seit dem 16.04.2016 haben wir einen dritten Kinosaal dazu bekommen, mit 34 bequemen Ledersesseln und natürlich wie in allen Sälen, Service am Platz!!!!

2017 haben wir das Foyer und die Toiletten grundsaniert!!

Das Motto unseres Kinos in Hoya lautet: Kino...und mehr !

Ihre Kino-Familie

Filmhof Hoya GmbH

Beate Möller-Dumschat und Elke Brümmer